Satelliten und Raketen im Orbit: Beispiele

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Wer Satelliten tracken möchte, der sollte zunächst einmal wissen, mit was er es da eigentlich zu tun hat. Man muß nämlich differenzieren zwischen:

  • Nutzlasten, d.h. künstlichen Erdsatelliten im engeren Sinne: Zum Beispiel Wetter-, Nachrichten-, Spionage-, Forschungssatelliten.

  • künstlichen Erdsatelliten im weiteren Sinne: Jede Nutzlast wurde natürlich mit einer Rakete auf ihre Umlaufbahn gebracht, deren letzte Stufe die Erde gewöhnlich ebenfalls weiterhin umkreist. Nutzlast und Raketenstufe werden nach dem Antransport in den Orbit meistens räumlich etwas voneinander getrennt, um zu verhindern, daß sie miteinander kollidieren. Sie nehmen dann voneinander unabhängige, in der Regel aber ähnlich gestaltete Bahnen ein.

Im Folgenden habe ich einfach mal einige nette Photos von Satelliten und Raketen etwas wahllos zusammengestellt:



Gemini VIII Agena Target

"Agena Target" - eine Agena Oberstufe, die am 16.03.1966 von Cape Canaveral/Florida aus mit einer Atlas-Trägerrakete in eine Erdumlaufbahn geschoßen wurde. Sie diente als Rendezvous-Übungsziel für die bemannte Raumkapsel Gemini 8, die am selben Tag gestartet wurde. Die Aufnahme stammt vom nämlichen Datum.
Gemini 8 gelang es nicht an die Agena anzudocken, da die Kapsel wegen einer Fehlfunktion der Lageregelungskontrolle ins Trudeln geriet. Den Astronauten Neil A. Armstrong und David R. Scott gelang es aber ihr Schiff wieder zu stabilisieren und anschließend notzulanden. Die Agena trat am 15.09.1967 in die Erdatmosphäre ein. Photo: NASA.

Apollo VII S-IBV

Eine S-IVB Raketenstufe im Orbit am 11.10.1968. Im Hintergrund die Küste Floridas mit Cape Canaveral, von wo aus die Rakete 3 Stunden und 16 Minuten zuvor gestartet worden war (Startkomplex 34, von dem der Start erfolgte, befindet sich gleich links des unteren Raketenzyliners). Die S-IVB diente als 2. Stufe der Saturn IB Trägerrakete und als 3. Stufe der Saturn V. Hier war sie sie für den ersten bemannten Flug eines Apollo-Raumschiffes, Apollo 7, mit einer Saturn IB in den Orbit gelangt. Die vier zur Seite geklappten Teile am oberen Ende des Stufe sind Verkleidungen, die zum Schutz der Mondlandefähre dienen (die hier aber nicht mitgeführt wurde; schon wegen ihrer Masse wäre dazu eine Saturn V nötig gewesen). Am unteren Ende der Stufe befindet sich ein Motor vom Typ J-2, den man hier gemeinsam mit meiner wenig beeindruckten Frau im Detail betrachten kann. Photo: NASA.

Intelsat VI F3

Der Telekommunikationssatellit Intelsat VI F3. Er wurde am 14.03.1990 mit einer Commercial Titan 3 von Cape Canaveral/Florida aus gestartet, deren zweite Stufe den Satelliten aber nicht freigab. Die Trennung gelang dann, indem Intelsat VI F3 von seinem Perigäums-Kickmotor abgelöst wurde, wodurch der Satellit aber nicht mehr seinen geostationären Transferorbit erreichen konnte. Im Mai 1992 steuerte die Besatzung des Orbiters "Endeavour" den Havaristen an und versah ihn mit einem neuen Motor. Die Aufnahme datiert vom 16.05.1992 und zeigt den Satelliten, nachdem er von der Endeavour wieder freigesetzt worden war. Mit dem neuen Antrieb gelangte er schließlich in seinen Einsatzorbit. Photo: NASA.

Hubble Space Telescope

Das Hubble Weltraumteleskop (HST) am 21.12.1999. Hubble war im November 1999 durch den Ausfall eines letzten Kreisels zur Feinstabilisierung seiner Raumlage de facto für wissenschaftliche Beobachtungen ausgefallen. Eine für 2000 vorgesehene Servicemission, der Flug STS-103, wurde daher vorgezogen (Servicing Mission 3A - SM3A). Das Bild zeigt das HST aus der Sicht des herannahenden Orbiters "Discovery". Photo: NASA.

Pegasus XL mit Orbview 2

Pegasus XL vor dem Start von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien. Der Start fand am 01.08.1997 mit dem Ozeanüberwachungssatelliten Orbview 2 der NASA statt.
Pegasus Träger heben nicht senkrecht vom Erdboden aus ab, sondern werden von einer modifizierten Lockheed Tri Star ähnlich einem Marschflugkörper freigesetzt. Das Flugzeug dient dabei quasi als erste Stufe.

Solar Maximum Mission

Ansicht des defekten Satelliten SMM ("Solar Maximum Mission") von Bord des Orbiters "Challenger" aus, aufgenommen am 08.04.1984 während des Fluges STS-41C. Der Satellit wurde von der Besatzung anschließend repariert (unten in weiß der Astronaut George Nelson).
"SMM" war am 14.02.1980 mit einer Delta 3914 gestartet worden. Seine Aufgabe bestand darin, das Maximum der Sonnenaktivität zu untersuchen. Ironischerweise wurde SMM zum Opfer seines eigenen Forschungsobjektes: Nachdem sich die Erdatmosphäre wegen erhöhter Sonnenaktivität stark ausgeweitet hatte, verfiel seine Bahn schneller als erwartet, so daß er bereits am 14.02.1989 wieder in die Erdatmosphäre eintrat. Photo: NASA.

Chandra

Das Chandra-Röntgenteleskop nach seiner Freisetzung aus dem Orbiter "Columbia" am 23.07.1999 im niedrigen Erdorbit. Das Teleskop ist noch mit einer IUS-Raketenstufe verbunden (mit rot verkleideter Expansionsdüse, rechts), die den Satelliten im Anschluß auf einen höheren, stark exzentrischen Orbit brachte. Erst dort wurden dann die Solarzellenpaneele zur Stromgewinnung ausgefahren. Der Satellit hat eine Länge von 13,8 Metern und eine Masse von 4.800 kg. Chandra befindet sich zur Zeit (05/2005) auf einer 28.600 x 120.300 km-Umlaufbahn mit einer Inklination von 56,7°, die Umlaufszeit beträgt 2 Tage 15 Stunden und 30 Minuten. Photo: NASA.

Telstar 1

Telstar 1, der erste private Fernmeldesatellit (Eigner: AT&T), der am 10.07.1962 von Cape Canaveral aus mit einer Thor Delta auf eine stark elliptische 945 x 5.643 km Umlaufbahn mit einer Bahnneigung von 44,8° gestartet wurde. Die Masse des Gerätes beträgt 77 kg.

COS B

Der erste Satellit der ESA, der Gammastrahlen-Astronomiesatellit COS B, wurde am 09.08.1975 von der Vandenberg Air Force Base/Kalifornien mit einer Delta 2914 auf eine hochelliptische Umlaufbahn mit einem Perigäum von 442, einem Apogäum von 99.002 km und einer Inklination von 90,3° geschossen. Die Umlaufperiode betrug anfangs 37 Stunden. Der Zylinder ist 1,4 Meter lang und hat einen Durchmesser von 1,13 Meter, die Masse beim Start lag bei 278 kg. COS B trat am 18. Januar 1986 wieder in die Erdatmosphäre ein. Bild: ESA.

HS 376 mit PAM-D

Ein Hughes HS 376 Satellit nach seiner Freisetzung aus einem Shuttle Orbiter im Jahre 1982 (wahrscheinlich Anik C3, der während des Fluges STS-5 (Columbia) ausgesetzt wurde).
Am rechten Ende des Gerätes ist ein PAM-D Perigäums-Kickmotor angebracht, mit dem der Satellit anschließend von seiner niedrigen (Shuttle-) Umlaufbahn aus in einen geostationären Transferorbit gebracht wurde. Photo: NASA.

Relay 2

Der frühe aktive Telekommunikationssatellit Relay 2. Das 184 kg schwere, spinstabilisierte Gerät wurde am 21.01.1964 mit einer Delta B von Cape Canaveral aus auf eine 1.961 x 7.540 km Umlaufbahn mit einer Neigung von 46,4° gestartet.
Der Satellit verfügte über zwei Transponder, die bis zum 20.01.1967 und 09.06.1967 arbeiteten.

Advanced TIROS-N

Advanced TIROS-N (ATN) Wettersatellit. Satelliten dieser Konfiguration werden z.B. von der NOAA verwendet, die das nationale amerikanische Wettersatellitensystem betreibt. ATN-Satelliten umkreisen die Erde auf polaren, sonnensynchronen 1.400 km Kreisbahnen, das heißt, daß jedes Gebiet zur selben Ortszeit überflogen wird. Die Hauptstruktur hat eine Länge von etwa 4 m. Bild: Lockheed Martin.

TIROS-N'

TIROS-N' ("NOAA-N Prime") in einer Werkshalle von Lockheed Martin, im September 2003. Der Satellit sollte 2008 gestartet werden, nach dem Bild zu schließen könnte sich der Termin verschieben. Es handelt sich hier nicht um eine bewußte Demonstration zur Gültigkeit von Murphy's Law. Was passiert ist, steht hier. Und wer sich's wirklich geben will: Hier der Link zum 113-seitigen Abschlußbericht der Untersuchunskommission (pdf, 4 MByte).
Der Satellit wurde repariert und am 06. Februar 2009 von der Vandenberg AFB aus mit einer Delta II 7320 Trägerrakete gestartet.

Landsat 7

Künstlerische Darstellung des Erderkundungssatelliten Landsat 7 im Orbit. Landsat 7 wurde am 15.04.1999 erfolgreich gestartet. Die Grundstruktur dieses Satelliten (der "Bus") entspricht dem der oben gezeigten TIROS-N Satelliten. Bild: Lockheed Martin.

Nimbus 7

Der Umweltsatellit Nimbus 7. Mit einem Instrument dieses Satelliten wurde der Abbau der Ozonschicht entdeckt. Nimbus 7 wurde 1978 gestartet und blieb bis 1994 aktiv. Bild: NASA.



Thor Able mit Transit 1A Vostok 8K72K Titan III mit Transtage 3

Start einer Thor Able mit dem Navigationssatelliten Transit 1A am 17.09.1959 von Cape Canaveral/Florida.

Start zum ersten bemannten Raumflug: Yuri Gagarin am 12.04.1961 von Baikonur in Kasachstan mit einer Vostok 8K72K Trägerrakete.

Start der Transtage 3 am 11.02.1965 mit einer Titan 3A Trägerrakete der USAF von Cape Canaveral/Florida aus.
Photo: USAF.



Proton mit Inmarsat 3 F2 Ariane Flug 112 Titan II mit DMSP-Satellit

Start des geostationären Kommunikationssatelliten Inmarsat 3 F2 am 06.09.1996 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan mit einer Proton Trägerrakete. Photo: Lockheed Martin.

Ariane 5 beim Start von Kourou in Französisch Guyana am 19.10.1998. Photo: ESA.

Start des polaren Wettersatelliten DMSP F14 am 04.04.1997 von der Vandenberg AFB in Kalifornien mit einer Titan-II. Diese Rakete stammt aus einer Serie ausgemusterter ICBMs, die zu Satellitenträgern modifiziert wurden. Photo: Lockheed Martin.


Atlas II Delta 7920-10 Titan IV

Der militärische Fernmeldesatellit UFO F/O F8 beim Start am 16.03.1998 mit einer Atlas II von Cape Canaveral. Photo: Lockheed Martin.

Start des Erderkundungssatelliten Landsat 7 am 15.04.1999 mit einer Delta 7920-10 von der Vandenberg AFB in Kalifornien. Photo: Boeing.

Titan IV Träger mit dem militärischen Kommunikationssatelliten Milstar DFS 2 vor dem Start in Cape Canaveral, Florida. Photo: Lockheed Martin.


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Letzte Aktualisierung: 15.02.2009   Kontakt